{"id":505,"date":"2018-05-15T12:57:00","date_gmt":"2018-05-15T10:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mvh-h.de\/?p=505"},"modified":"2020-06-17T20:13:05","modified_gmt":"2020-06-17T18:13:05","slug":"grenzenlose-melodien-beim-muttertagskonzert-des-mv-harmone-hoerdt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-hoerdt.de\/?p=505","title":{"rendered":"Grenzenlose Melodien beim Muttertagskonzert des MV &#8222;Harmone&#8220; H\u00f6rdt"},"content":{"rendered":"\n<p>Getreu dem Motto \u201eGrenzenlos\u201c gelang es am Samstag, dem 12. Mai, den H\u00f6rdter Musikern spielerisch mich und den Rest des Publikums \u00fcber allerhand Grenzen hinweg mitzunehmen und die unterschiedlichsten Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa bei der Reise \u201eIn 80 Tagen um die Welt\u201c von Otto M. Schwarz, bei der ich ein komplettes Abenteuer durchleben durfte, von geheimnisvollen, orientalischen Schlangenbeschw\u00f6rern, \u00fcber trampelnde und tr\u00f6tende Elefanten, bis hin zu Horden von Indianern. Ich musste nur die Augen schlie\u00dfen und darauf warten, dass mich das vom Schlagwerk imitierte Ticken und Schlagen einer Uhr wieder in die H\u00f6rdter Turn- und Festhalle zur\u00fcckholt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Unser Landkreis feiert dieses Jahr seinen 200. Geburtstag! Und das Muttertagskonzert ist Teil der Jubil\u00e4umsveranstaltungen, das hob der Kulturgemeindevorsitzende Christian Bauchhen\u00df in seinen Gru\u00dfworten nun hervor, bevor es unter der Leitung von Matthias Wolf weiter nach Bulgarien ging.<\/p>\n\n\n\n<p>Franco Cesarini verwob in seinen \u201eBulgarischen T\u00e4nzen\u201c mehrere urspr\u00fcnglich gesungene Volksweisen zu einem teils mitrei\u00dfenden, teils anr\u00fchrenden St\u00fcck, verschn\u00f6rkelt durch teuflisch schnelle Fingerspiele bei den Holzbl\u00e4sern. Der Drive der T\u00e4nze machte Laune und ich konnte bei meinen Sitznachbarn einige verstohlen mitwippende Beine oder im Takt nickende K\u00f6pfe beobachten. Mir ging es nicht anders und auch die Musiker hatten sichtlich Spa\u00df und sp\u00e4testens jetzt war es allen auf der B\u00fchne und im Saal sch\u00f6n warm.<\/p>\n\n\n\n<p>Spa\u00df hatte offensichtlich auch Regina Pfister, die sympathisch und spritzig durch das Programm f\u00fchrte. Sie schaffte es, genau die richtige Menge an Hintergrundinformationen zu geben, durch die die Musik f\u00fcr den Zuh\u00f6rer erst ihre Lebendigkeit bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor der Pause versuchte schlie\u00dflich noch der arme Junge Aladdin Grenzen zu \u00fcberwinden, indem er und Prinzessin Jasmin einen Weg finden mussten, ihre Liebe \u00fcber Standesd\u00fcnkel hinweg durchzusetzen. Das von J.G. Mortimer arrangierte Werk \u201eAladdin\u201c lie\u00df mich teilhaben an der Flucht des Jungen vor einflussreichen Machthabern und es beinhaltet das traumhafte Lied \u201eA Whole New World\u201c, bei dem einige Musiker auf der B\u00fchne ganz entr\u00fcckt in ihren Spielpausen die Augen schlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Pause ehrte der Vorsitzende des Kreismusikverbandes Bernhard Rei\u00df den Dirigenten Matthias Wolf f\u00fcr 25 Jahre musikalischen Einsatz im Verein, Bernd Fischer aus dem tiefen Blech f\u00fcr 40 Jahre und schlie\u00dflich Peter Doll \u201eder Zweite\u201c f\u00fcr sage und schreibe 50 Jahre. Den Jubilaren wurden jeweils eine Anstecknadel und eine Urkunde \u00fcberreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Konzertmarsch \u201eMercury\u201c von Jan van der Roost ist -typisch britisch- in Moll geschrieben und besticht meiner Meinung nach vor allem im Trio durch eine wundersch\u00f6ne, dynamische Melodie.&nbsp; Alles gipfelt, wie sich das f\u00fcr einen schwungvollen Marsch geh\u00f6rt, in einem fulminanten Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>So simpel das mit M\u00e4rschen ist, so wenig h\u00e4lt sich das nun kommende Werk \u201eDreamland\u201c an vorgegebene Strukturen. Als Vorlage diente dem Komponisten das 1946 entstandene Gedicht \u201eDreamland\u201c von E.A. Poe.&nbsp; Und wer Poe kennt, wei\u00df, was nun kommt ist nichts f\u00fcr schwache Nerven! Tr\u00e4ume werden regiert von Chaos und Absurdem, dementsprechend gibt es auch im n\u00e4chsten St\u00fcck nichts Herk\u00f6mmliches. Alles ist anders und so wird es, wie man mir im Vorfeld mitteilte, bestimmt von st\u00e4ndigen Taktwechseln und einigen ungew\u00f6hnlichen Kl\u00e4ngen. Ich bin voller Erwartung. Wurde \u201eDreamland\u201c doch als Urauff\u00fchrung gro\u00df angek\u00fcndigt, komponiert \u201evun \u00e4m H\u00f6rdter Bu\u201c, der bei der \u201eHarmonie\u201c und somit heute bei seinem eigenen St\u00fcck die erste Trompete spielt: Er hei\u00dft Schira. Jonas Schira. Merken Sie sich diesen Namen, denn er schafft es jeden in die grenzenlosen Abgr\u00fcnde seiner Seele fallen zu lassen, ob man nun will oder nicht. Es gibt kein Entrinnen, wenn man auf d\u00fcsteren Pfaden durch trostlose W\u00e4lder irrt, auf der Flucht vor geisterhaften Schatten, heimgesucht von bedr\u00fcckenden Szenarien der eigenen Vergangenheit. Ich schlafe und tr\u00e4ume, bis der Flug \u00fcber neblige Landschaften endlich von einigen Sonnenstrahlen der Morgend\u00e4mmerung durchbrochen wird und man mit dem Erklingen einer Spieluhr sanft erwacht. Zum Gl\u00fcck. Trotz aller Beklemmung und nicht zuletzt dank der herausragenden Interpretation des Musikvereins war dieses St\u00fcck mein pers\u00f6nliches Highlight des Abends!<\/p>\n\n\n\n<p>Und schon ging es in die n\u00e4chste (erholsame) Schlafphase mit dem Wiegenlied \u201eThe Seal Lullaby\u201c von Eric Whitacre. Dabei soll man sich -laut Moderatorin Regina Pfister- eine Mama-Robbe vorstellen, die f\u00fcr ihre Baby-Robbe ein Schlaflied singt. Und\u2026 es funktioniert, denn das St\u00fcck hat alles, was ein Schlaflied braucht: eine schlichte aber wundersch\u00f6ne Melodie, Glockenspiel und sanfte, einf\u00fchlsame Klaviermusik. Und alles ist durchdrungen von der grenzenlosen Liebe einer Mutter zu ihrem Kind.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss des offiziellen Konzertprogramms verzauberte uns \u201eThe Sound of Ireland\u201c und dieses St\u00fcck macht seinem Namen alle Ehre, denn es wird bestimmt von Fl\u00f6ten, Fl\u00f6ten, Fl\u00f6ten. Und Stept\u00e4nzern. Erstmal zu den Fl\u00f6ten. Neben der altbekannten Querfl\u00f6te kamen noch die Piccolofl\u00f6te, die traditionelle Tin Whistle und die vor einigen Wochen eigenh\u00e4ndig in Irland gekaufte Irish Wooden Flute zum Einsatz. So wurde \u201eThe Sound of Ireland\u201c von Guido Rennert zu einem authentischen Klangerlebnis, das auch was f\u00fcrs Herz bereithielt: Die Ballade f\u00fcr Solo-Tenorhorn \u201eSong for Ireland\u201c. Nun zu den Stept\u00e4nzern. Wie es um die stept\u00e4nzerischen F\u00e4higkeiten der Musikerinnen und Musiker bestellt ist, wurde dem Publikum verschwiegen. Diese sind wohl grenzenlos bodenlos. Denn statt Live-Steptanz musste man eine andere L\u00f6sung finden, und eine bessere h\u00e4tte es nicht geben k\u00f6nnen: Mehrere Minuten lang imitierte die Schlagwerktruppe den traditionellen irischen Solo-Steptanz, inklusive Tempiwechsel und den unterschiedlichsten, rhythmisch herausfordernden Schrittfolgen. Atemberaubend, weil t\u00e4uschend echt! (Vielleicht hatten sie doch ihre Stepsch\u00fchchen an den F\u00fc\u00dfen?) G\u00e4nsehautmomente nicht nur f\u00fcr Irlandfans.<\/p>\n\n\n\n<p>Applaudiert wurde bombastisch und das obligatorische R\u00f6schen f\u00fcr die Damen teilten die Nachwuchsmusiker im Verlauf von \u201eF\u00fcr mich soll\u2019s rote Rosen regnen\u201c von Hildegard Knef aus. Die eigentliche Zugabe, den \u201eMarsch der belgischen Fallschirmspringer\u201c, bescherte das Publikum mit abermals reichlich Applaus und so endete mit einem Schlusswort des Vereinsvorsitzenden Wolfgang E\u00dfwein ein mitrei\u00dfender Konzertabend, der mich wirklich \u00fcber meine Grenzen hinausbrachte. Wen nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Getreu dem Motto \u201eGrenzenlos\u201c gelang es am Samstag, dem 12. Mai, den H\u00f6rdter Musikern spielerisch mich und den Rest des Publikums \u00fcber allerhand Grenzen hinweg mitzunehmen und die unterschiedlichsten Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. 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