{"id":528,"date":"2019-05-13T13:41:00","date_gmt":"2019-05-13T11:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mvh-h.de\/?p=528"},"modified":"2020-06-17T20:24:28","modified_gmt":"2020-06-17T18:24:28","slug":"von-jubilaren-und-jubelstuermen-das-muttertagskonzert-2019-des-mv-harmonie-hoerdt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-hoerdt.de\/?p=528","title":{"rendered":"Von Jubilaren und Jubelst\u00fcrmen \u2013 Das Muttertagskonzert 2019 des MV \u201eHarmonie\u201c H\u00f6rdt"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eJubilare\u201c \u2013 Unter diesem Motto stand das diesj\u00e4hrige Muttertagskonzert des Musikvereins \u201eHarmonie\u201c H\u00f6rdt, das am 11. Mai 2019 in der H\u00f6rdter Turn- und Festhalle stattfand. Das Motto geht zur\u00fcck auf das lateinische \u201eiubilare\u201c, das so viel wie \u201ejauchzen\u201c, \u201efrohlocken\u201c und \u201ejubeln\u201c bedeutet, aber auch zu \u201elaut und wild l\u00e4rmen\u201c ausarten kann. Laut und wild darf es bei einem Konzert zwar durchaus auch mal zugehen, damit es aber nicht ausuferte, daf\u00fcr sorgte <a href=\"https:\/\/www.matthwolf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Matthias Wolf<\/a>, der Dirigent des H\u00f6rdter Musikvereins.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"425\" src=\"https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/2020_06_16_WPBanner-1024x425.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-607\" srcset=\"https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/2020_06_16_WPBanner-1024x425.jpg 1024w, https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/2020_06_16_WPBanner-300x124.jpg 300w, https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/2020_06_16_WPBanner-768x318.jpg 768w, https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/2020_06_16_WPBanner-1536x637.jpg 1536w, https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/2020_06_16_WPBanner-2048x849.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>Und schon mit dem ersten St\u00fcck, der \u201eFanfare in Iubilo\u201c von Thomas Doss, kn\u00fcpfte das Orchester mit strahlenden Trompetenkl\u00e4ngen und flotten Tutti-Passagen an das Jubel-Motto an.<br>Moderiert wurde der Konzertabend von Regina Pfiester, die in erfrischend lockerer Manier das Publikum mit interessanten Werkinformationen versorgte und dabei stets den roten Faden des Konzerts im Auge behielt.<br>\u201eDenk dir, Fanny, ich bin auf einmal der declarirte Liebhaber von Hoboen geworden. Kurz, ich lebe und sterbe f\u00fcr Hoboen. Auch Trompeten stehn sehr in meiner Gunst; denn es sind so sehr sanfte Instrumente (wenn sie piano blasen nat\u00fcrlich). Auch werd\u2019 ich H\u00f6rner bald sehr lieben; so balds mit den Trompeten vorbei ist.\u201c Diese Zeilen schrieb Felix Mendelssohn-Bartholdy an seine Schwester. Offenbar war er ein echter Blasmusik-Freund, was sich auch in seiner \u201eOuvert\u00fcre f\u00fcr Harmoniemusik op. 24\u201c zeigt. Doch was hat Mendelssohns Ouvert\u00fcre, die an diesem Abend in einem Arrangement f\u00fcr modernes Blasorchester von Robert J. Garofalo erklang, mit dem Konzertmotto zu tun? Tats\u00e4chlich boten sich gleich mehrere Gr\u00fcnde zum Jubeln: Der Komponist selbst feiert dieses Jahr seinen 210. Geburtstag. Zudem erschien die Ouvert\u00fcre, die er urspr\u00fcnglich f\u00fcr elf Bl\u00e4ser komponierte und sp\u00e4ter f\u00fcr gro\u00dfes Orchester arrangierte, vor genau 130 Jahren im Druck. Die Ouvert\u00fcre, die einen Bogen von kammermusikalischen Partien mit kantablen Hornstellen bis hin zu furiosen Holzbl\u00e4serfiguren spannt, verlangte den Musikerinnen und Musikern zwar einiges an K\u00f6nnen ab, doch die detaillierte Probenarbeit machte sich bezahlt und das Orchester wurde mit gro\u00dfem Applaus belohnt.<br>Was f\u00e4llt Ihnen zum Jahr 1989 ein? Die meisten denken vermutlich an den Fall der Berliner Mauer. Ein weitreichendes Ereignis, das Siegmund Goldhammer in seiner Komposition \u201eWendepunkte 1-9-8-9\u201c einf\u00e4ngt. Man kann sich schon denken, dass in diesem St\u00fcck nicht alles \u201aharmonisch\u2018 zugeht, war das Jahr doch auch gepr\u00e4gt von Spannungen und Unsicherheiten. Musikalisch bedeutet dies: Dissonanzen sowie h\u00e4ufige Tempo- und Taktartwechsel. Immer wieder blitzten im Orchester Bruchst\u00fccke der beiden deutschen Hymnen auf, die sich am Ende ineinander verwoben. \u201eDie Gedanken sind frei\u201c ruft uns die sanfte Solotrompete \u00fcber die dissonanten Kl\u00e4nge hinweg zu. Eindrucksvoll erz\u00e4hlte der H\u00f6rder Musikverein die Geschichte der Deutschen Einheit nach und das Publikum wurde von der Erz\u00e4hlkraft des Orchesters in den Bann gezogen.<br>Nach dieser Reise in die deutsche Geschichte fand sich das Publikum pl\u00f6tzlich auf einem Glockenturm hoch \u00fcber den D\u00e4chern von Paris wieder. Wir befanden uns auf den Spuren des Gl\u00f6ckners von Notre-Dame, der sich in die sch\u00f6ne, temperamentvolle Esmeralda verliebt und kopf\u00fcber in ein ergreifendes Abenteuer st\u00fcrzt. Das Orchester des Musikvereins H\u00f6rdt pr\u00e4sentierte mit Calvin Custers Arrangement der Film- und Musicalmusik \u201eDer Gl\u00f6ckner von Notre Dame\u201c die Highlights dieser ber\u00fchrenden Geschichte.<br>Nach der Pause wurde geehrt und bejubelt \u2013 dieses Mal aber ein Musiker aus den eigenen Reihen. Seit 25 Jahren engagiert sich Schlagwerker Steffen Bummel im Musikverein. F\u00fcr seinen Einsatz wurde er von Bernhard Rei\u00df, dem Pr\u00e4sidenten des <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/pages\/Kreismusikverband-Germersheim\/289963707818341?__xts__%5B0%5D=68.ARB5mPl8fbrgRZ2SLtw7LBRqHdqSQM6bsfK0E7nK8zJpFGomPlW3QS47h0VSjIE12nJajsL0wJxSG5IFtXKHTbHkYzn0TuzsyNzKzD_a-6hTxV7ew6ZcsJHTdKLcC2c-0mTaakePwbPni0OQfiKHmvNBer9K68JaPTFHdTimI8LYJs62oBrjO1A0YxX3xfSNZi2pxbRY7TQ5_FUPCC1PpTRaZbdKFi30MtuaPQEKRJ1Wo-bxC91h36yV8fTyGkHGd7xMGvWoIQpUfSVRSFVBvAv4EL84Si0iBi_ZXtNhmwL4k-Fam6el2ZT5YTTTXswpzPLMQWav4JqCeGD4ptgPjA&amp;__xts__%5B1%5D=68.ARBzZVsYS6SRfBldO4q00S0JSW6sDVbHVngA6tI5-Mt_xQNxbEqmb9S8bBVWGG4bQRSg-ZXcMyuIIwzvVYIh8sTRwuvCL5THlMpx-D2GilOYRoZSBScryYdBkmewdLpeKYPLUQLyLtBUZ7e5-EskLPq-MN-QCBR43_tLVG9SZQb-5WEH9u3mbfwY69uVMUn-zo73CABEDsBnpu3UvVEs4zgaG3It1U4M_RXq0ha2igHF3JIqjebZaH_h_4grjjhenPtrtcInjIDi-c3W3J5-LluCEYzZ_cBP7HoWsYajV2t88GQY_vqn00woHYEUBas8IEdyQwNcksomrWrvbcJfsg&amp;__tn__=K-R&amp;eid=ARBGdMefgZp_aBOUYiT99GkKL3AMoDznVgIxfuCGgnbPC9g9iPNSuehopnARfbieDGXtakHE9x4GFJX7&amp;fref=mentions\">Kreismusikverband Germersheim<\/a>, mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.<br>Musikalisch er\u00f6ffnet wurde der zweite Teil des Konzerts mit dem St\u00fcck \u201eGolden Year\u201c von Alfred Reed, bei dem insbesondere die Blechbl\u00e4ser mit ihrem majest\u00e4tischen Anfangsthema brillieren konnten.<br>Anschlie\u00dfend folgte der H\u00f6hepunkt des diesj\u00e4hrigen Muttertagskonzerts: Die sinfonische Dichtung \u201eHamburg \u2013 Das Tor zur Welt\u201c von Guido Rennert, die die Geschichte der Stadt Hamburg musikalisch nachzeichnet. Allein die Dauer des St\u00fccks stellt eine Herausforderung dar, denn es hat eine L\u00e4nge von insgesamt 25 Minuten. Verst\u00e4rkt und unterst\u00fctzt wurde das Orchester dabei von Jasmin Angl am Klavier und f\u00fcr die richtige Prise Seemanns-Romantik sorgte die Solistin Elke Liebel am Akkordeon. Ein \u00dcberflug \u00fcber die Stadt er\u00f6ffnet das Werk und f\u00fchrt in das wilde Treiben der Hansezeit mit der Hinrichtung St\u00f6rtebekers. Sopranblockfl\u00f6ten erinnerten mit ihrem archaischen Klang und den t\u00e4nzerischen Melodien an mittelalterliches Marktget\u00fcmmel. Festliche Trompetenfanfaren k\u00fcndigten die Ankunft des K\u00f6nigs von D\u00e4nemark an, bevor die Wellenmotive der Holzbl\u00e4ser das Publikum behutsam ins 19. Jahrhundert trugen. Der gro\u00dfe Aufbruch stand bevor. Millionen von Menschen traten zu dieser Zeit in Hamburg ihre Reise nach Amerika an. Und das klang auch am Konzertabend geradezu nach einem vielversprechenden Abenteuer, von dem sowohl die Musiker als auch das Publikum mitgerissen wurden. Danach machte sich and\u00e4chtige Stille im Konzertsaal breit. Das n\u00e4chste einschneidende Ereignis traf Hamburg im Sommer 1943. Unter dem Codenamen \u201eOperation Gomorrha\u201c wurde die Hansestadt bombardiert. Zehntausende Menschen fielen in diesen Tagen dem zweiten Weltkrieg zum Opfer. Zw\u00f6lf Glockenschl\u00e4ge des Hamburger Michels riefen zum stillen Gedenken. Ein Choral mit ergreifendem Trompetensolo l\u00f6ste die Stille behutsam auf. Da k\u00fcndigte leises Flirren und Vogelgezwitscher einen Neuanfang an, das letztlich in der selbstbewussten Melodie der Tagesschau kulminierte. Doch die neugewonnene Lebensfreude w\u00e4hrte nicht lange. Eine gewaltige Sturmflut brach \u00fcber das Orchester und den gesamten Saal herein. Aber auch der mutige Kampf gegen die Flut und das beherzte Auftreten des Hamburger Ehrenb\u00fcrgers Helmut Schmidt fanden ihren Platz in der Komposition. Mit einem Portr\u00e4t des illustren Stadtteils St. Pauli kam das St\u00fcck schlie\u00dflich in der Neuzeit an und hier darf selbstverst\u00e4ndlich der legend\u00e4re Gassenhauer \u201eAuf der Reeperbahn nachts um halb eins\u201c, der die Gesichter zum L\u00e4cheln und das Publikum zum Schunkeln brachte, nicht fehlen. In Hochstimmung entlie\u00df das Orchester die Zuh\u00f6rer und diese belohnten die herausragende Leistung mit Standing Ovations. Ein rundum gelungenes Konzert!<br>Aber halt! Da fehlt doch noch was! Was w\u00e4re denn das H\u00f6rdter Muttertagskonzert ohne Rosen? W\u00e4hrend Hildegard Knefs Erfolgsschlager \u201eF\u00fcr mich soll\u2019s rote Rosen regnen\u201c wurde jeder Dame das obligatorische R\u00f6schen von den Nachwuchsmusikern \u00fcberreicht.<br>Die \u201eJubelkl\u00e4nge\u201c, ein Marsch von Ernst Uebel, bildete den musikalisch-beschwingten Kehraus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1706\" src=\"https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_9466M1K-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-557\" srcset=\"https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_9466M1K-scaled.jpg 2560w, https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_9466M1K-300x200.jpg 300w, https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_9466M1K-768x512.jpg 768w, https:\/\/mv-hoerdt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_9466M1K-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJubilare\u201c \u2013 Unter diesem Motto stand das diesj\u00e4hrige Muttertagskonzert des Musikvereins \u201eHarmonie\u201c H\u00f6rdt, das am 11. 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